Literaturforum Karben e.V.


Editorial
Nach 10 Jahren erfolgreicher Kulturarbeit in und für Karben waren die Mitglieder des Karbener LiteraturTreff e.V. der Meinung, dass der Name die Leistung und den Erfolg des prosperierenden Vereins zu wenig abbildet. Im November letzten Jahres wurde dem Verein der Name LITERATUFORUM KARBEN e..V. gegeben.
Das Literaturforum Karben e.V. "Der Karbener Literaturtreff" veranstaltet jährlich im KUHtelier, im Schlosshof von Leonhardi, dreizehn anspruchsvolle Literaturabende. Die Programme sind weitgehend der Pflege der gehobenen und der Weltliteratur gewidmet. Die Leseprogramme werden musikalisch begleitet. Einmal jährlich wird eine bedeutende Autorin oder ein Autor nach Karben eingeladen. In der Themenreihe "Jugend schreibt" bieten wir jungen Menschen ein Forum, um eigene Dichtung vorzustellen. Für die Autoren der Region und die Schreibenden des Vereins besteht die Möglichkeit, im Rahmen der jährlichen Themenreihe Poeten der Region ihre Wortkunst zu präsentieren. Im Programm der Bundesregierung "Demokratie leben" engagierte und engagiert sich der Verein indem er die Trägerschaft über das 2018 erfolgreich durchgeführte Projekt "Graf Müllratte" übernommen hatte. Im Jahr 2019 wurde die Trägerschaft für das Projekt "Alice dein Weg, deine Entscheidung" übernommen. Mit diesen Trägerschaften engagiert sich der Verein gegen Rassismus Fremdenhass und Extremismus. Unterstützen Sie unsere Kulturarbeit in Karben, werden Sie Mitglied, der Jahresbeitrag beträgt für
Erwachsene € 25,00,
für Ehepaare € 35,00
und für Schüler/Studenten € 12,50.
Die Literaturabende finden am letzten Donnerstags eines jeden Monats statt.
Der Beginn, jeweils 19:00 Uhr. Der Veranstaltungsort ist das KUHtelier,
im Schlosshof von Leonhardi, Burg-Gräfenröder Strasse 2, in 61184 Groß-Karben Der Vorstand

30. Januar 2020
"Dichter und ihre Mütter"
Liebe, Macht und Einfluss
Das Verhältnis Söhne und Mütter ist seltsamerweise ein eher vernachlässigtes Thema der Literatur,zumindest gemessen an den literarischen Erzeugnissen, die sich dem Thema Väter und Söhne widmen. Das Bild der fürsorglichen Mutter ist in den Vorstellungen der meisten Völker dieser Erde verankert. Eine kritische Betrachtung der Mütter war lange Zeit ein Tabuthema. Bei den vorgelegten Texten der literarisch bedeutenden Söhne handelt es sich um Betrachtungen, die meist eine kritische Haltung vermissen lassen. So erscheint dem heutigen Leser manches eher von sonderbarer Milde geprägt. Denn mancher Dichter erscheint im Rückblick als muttergeschädigt. Es kommen zu Wort Theodor Fontane, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Jorge Luis Borges, Erich Kästner, Urs Widmer und Peter Handke. Die Lesebeiträge werden musikalisch unterstützt von Martina Riedel am Klavier.

27. Februar 2020
"Literatur und Humor"
Vom leichten Lächeln zum befreiten Lachen.
Humor in anspruchsvoller Literatur, kein Widerspruch sondern gelungene Wortkunst, die meist ein genüssliches Lächeln entlockt. Von Theodor Fontane, über Christian Morgenstern zu Hermann Burger, um nur einige Namen zu nennen haben bedeutende Literaten dem Humor in ihren Werken Platz gegeben. Die Satiriker und die Kabarettisten lassen bisweilen das Lachen stocken und zwingen zur Nachdenklichkeit. So beispielsweise Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Wolfgang Neuss, Dieter Hildebrandt, Werner Schneyder und Robert Gernhardt. Sketche von Loriot und Karl Valentin führen zum befreiten Lachen. Mit gewohnter Professionalität präsentieren Nicola Piesch und Dieter Wierz Lieder und Chansons. Die Besucher erwartet ein Programm, das vom Lächeln in herzliches Lachen gleiten lässt.

26. März 2020
Wird verschoben wegen Corona

Marcel Reich-Ranicki


Ein Leben für die Literatur
Marcel Reich-Ranicki war der einflussreichste deutsche Literaturkritiker in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Bekannt als der "Literaturpapst" stand er immer wieder im Mittelpunkt der literarischen Diskussion. Seine Verrisse und seine Lobreden zeichnen ein lebendiges Bild der Literaturgeschichte dieser Zeit. Es ging ihm auch um das Charisma des geschriebenen Wortes, um die Verführungskraft der Literatur, um den Eros der Sprache. In seiner Kompetenz, Leidenschaft, Brillanz und Unterhaltsamkeit wäre Reich-Ranicki der richtige Leitstern seiner Zunft. Zu seinem Fehlen kann gesagt werden im Sinne Bertolt Brechts: "Ich sehe das Neue nahen, es ist das Alte." Wir wollen an diesem Abend beide Seiten - den Kritiker und die Autoren - zu Wort kommen lassen.

30. April 2020
Wird verschoben wegen Corona

Poetry Slam zu Gast


Wortkunst der Generationen
Dem Themenfeld "Jugend schreibt" folgend, wird der Literaturabend in Form der klassischen Lesebühne gestaltet. Mit der Kombination von typischen Poetry - Slam - Texten und traditionellem Schreiben entsteht ein wahrhaft generationenübergreifendes Programm. Die Texte sind teils poetisch, auch witzig, spannend oder hintergründig, bieten aber immer interessante vielgestaltige Unterhaltung. Die Akteure überraschen mit klarer Prosa, klangvoller Lyrik. Die Poeten sind bereit sich auf neue Erfahrungen einzulassen und den eigenen Horizont zu erweitern. Die Poetry Slammer und die vereinseigenen Poeten zeigen, dass sie den Anschluss an die Literatur nicht verloren haben. Die Texte zeigen in Prosa und gerade auch als Gedichte eine Gedankenfülle, die verblüfft und berührt. Wie immer werden die Lesebeiträge von interessanten Musikinterpretationen begleitet.

27. Mai 2020 (ausnahmsweise Mittwoch)
Wird verschoben wegen Corona

Literatur trifft Saxophon


Dieter Körber liest "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus und Nicola Piesch entlockt dem Saxophon swingende Klänge.
In seinem Drama "seziert Karl Kraus die moralische Verkommenheit einer Zivilisation", die in vielen Facetten ihren eigenen Untergang überlebt hat. Das österreichische Wesen, dessen Antlitz von "teuflischer Behaglichkeit gesättigt ist", wie es in einer Regieanweisung heißt, ist die Charaktermaske eines selbstverliebten Landes, das in aller Unschuld stets für sich das Gute will und doch nur ein bisweilen blutiges Schlamassel schafft. "Die letzten Tage der Menschheit, dokumentarisch bis auf das Komma", ist deshalb das eigentliche österreichische Nationaldrama, geschrieben zu einer Zeit, als die kommenden Monstrositäten noch in Zukunftsnebel verborgen, dem Scharfsichtigen aber in absehbarer Nähe lagen.

04. Juni 2020
Wird verschoben wegen Corona

Gastautor Andreas Maier


Andreas Maier liest im KUHtelier
Andreas Maier wurde 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren. Er studierte Altphilologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und ist Doktor der Philosophie im Bereich Germanistik. Er lebte wechselweise in der Wetterau und in Südtirol, zurzeit in Hamburg. Über sein Schreiben sagt Maier offen: "Ich hatte nie einen Überblick." Das sei ihm auch bei dem Projekt "Ortsumgehung" wichtig, das er als "Glaubens- und Krankheitsgeschichte" bezeichnet. Noch vier Bücher sollen folgen: Der Abschluss trage den Titel "Der liebe Gott", wie der Schriftsteller erzählt. Bis dahin werde es aber noch sechs, sieben Jahre dauern, sagt Maier. Maier liest aus seinem neuen Roman "Die Familie". Andreas Maier schildert in hochkomischer und abgründiger Weise die komplette Selbstzerstörung eines Familien-Idylls.

25. Juni 2020

Science - Fiction


Sehnsucht nach neuen Welten
Auf der Suche nach der Welt von morgen bewegt sich die Menschheit auf unterschiedlichen Pfaden. Einer davon ist die Literatur. Wer sich mit den Werken der Autoren befasst, stellt fest, dass sich die Menschen viel früher für die Zukunft interessiert haben als für die Erforschung ihrer Vergangenheit. Das Interesse an Geschichte entwickelte sich viel später. Lange vor der Errichtung der ersten Museen entstanden bereits die ersten utopischen Romane. Platon und Thomas Morus entwickelten Ideen des idealen Staates, und schon zweihundert Jahre vor Jules Verne beschrieb Cyrano de Bergerac eine Reise zum Mond. Heute findet man nicht wenige Wissenschaftler unter den Autoren der Science-Fiction: z. B. Aldous Huxley, Stanislaw Lem und Isaak Asimov. Verblüfft stellt man fest, dass vieles von dem, was vor wenigen Jahren noch nur als Denkmodell existierte, inzwischen Teil unserer Gegenwart ist.

26. Juni 2020

Städtebauwettbewerb Karben 1996 - und was daraus geworden ist?

(Ausnahmsweise im Bürgerzentrum Karben, gemeinsame Veranstaltung mit dem Geschichtsverein,) Hans und Rosemarie Kärcher beschreiben in ihrem Vortrag wie im Rahmen der Stadtgründung von Karben im Jahre 1969 ein Städtebauwettbewerb durchgeführt wurde, der Anregungen für die städtebauliche Zusammenführung der fünf Gründungsdörfer geben sollte. Der Wettbewerb wurde vom Lehrstuhl für Städtebau der Technischen Hochschule Darmstadt gewonnen. Was ist daraus geworden? 50 Jahre später wissen wir mehr! Wir können nachvollziehen, welche der Ideen sich verwirklicht haben und welche vielleicht gescheitert sind? Dazu schauen wir uns die damaligen Planungen an, sichten das Presseecho und vergleichen es mit den heutigen Gegebenheiten. Ziel ihres Vortrages ist es, neue und jüngere Bürger mit der Geschichte der Stadtgründung vertraut zu machen und Anregungen für Kommendes zu geben?

30. Juli 2020

Poeten der Region zu Gast


Schreibende Wetterau
Den Regionalen Autoren und den vereinseigenen Poeten wird ein Forum zum Vorstellen ihrer Werke geboten. Diese Bühne für Wortkünstler der näheren Umgebung schafft einen regen Austausch zwischen Schreibenden und Lesenden. Die Autorinnen und Autoren geben einen Einblick in ihr literarisches Schaffen und bewegen sich in einem vielgestaltigen Themenkreis. Literarisch interessierte Besucher und Freunde kreativer dichterischer Gestaltung erwartet ein unterhaltsamer Abend mit anspruchsvollen, originellen Textbeiträgen, von spannender Unterhaltung bis zu heiterer anrührender Botschaft. Ein wahres literarisches Kaleidoskop sich überbietender Themen, Ideen und poetischer Individualität. Die literarischen Beiträge werden gekonnt begleitet mit Gesang von Nicola Piesch und professionell am Piano begleitet von Dieter Wierz.

14. August 2020

10 Jahre Literaturforum Karben e.V.


Ein rauschendes Sommerfest mit Jazz und Literatur
Unter diesem Titel feiert der Verein sein zehnjähriges Bestehen und hat die Band "Jazz 4 Friends" zu Gast. Mit einem gewissen Stolz blickt er auf 10 Jahre hoch qualifizierte Kulturarbeit in und für Karben zurück. Auch in seinem Jubiläumsjahr wird sich ein inspirierender Zweiklang von Jazz und Literatur vollziehen. Ein Rückblick auf die Geschichte des Vereins wird das Programm einleiten. Eingestreut in das Programm ein paar Highlights der vergangenen zehn erfolgreichen Jahre. Die Jazzklänge der Band "Jazz 4 Friends" werden dem Festprogramm Gehalt und Struktur verleihen und sich mit einem Reigen heiterer, humorvoller und besinnlicher literarischer Texte zu einem swingenden Sommerfestprogramm verbinden. In den beiden Pausen werden diverse Salate heiße Würstchen, Kaffee und Kuchen gereicht, natürlich kostenlos.

24. September 2020

Meer und Seefahrt


Sehnsucht nach der Ferne, Symbolkraft des Meeres und die Themenbildung in der Literatur.
Angefangen von einem der ältesten Seefahrer der Literatur, Homers Odysseus, über Herman Melville, John Steinbeck, Ernest Hemingway, Sten Nadolny zu Yann Martel und seiner skurrile Robinsonade "Schiffbruch mit Tiger", um nur einige zu nennen. Meere und Ozeane sind noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen geradezu sprichwörtlich unerforscht aber gerade das Unbekannte bietet eine hervorragende Projektionsfläche für Fantasien, Hypothesen, ja überhaupt für Gegenentwürfe zur bekannten Realität. Herauszuheben ist die symbolische Funktion des Meeres, ein stark inspirierendes Momentum. Meeressymbole wirken bis in die moderne Autorenliteratur fort. Die Sehnsucht nach der Ferne war immer Ansporn für Entdecker und Eroberer. Die Lesebeiträge werden musikalisch begleitet.

29. Oktober 2020

Länder: Italien


Land der Dichtung
Italien, das Land der Künste und der Literatur. Herausragend Dante Alighieri, der seine Göttliche Komödie nicht mehr in lateinischer, sondern in italienischer Sprache verfasste und mit ihr den verdienten Weltruhm errang. Die Lebenserinnerungen Benvenuto Cellinis geben ein lebhaftes Zeugnis vom Leben in Florenz im 16.Jhd. Im 19. Jahrhundert Giacomo Leopardi es folgt der spätromantische Vertreter des Symbolismus Gabriele D'Annunzio. Luigi Pirandellos Roman "Mattia Pascal" zählt zu den einflussreichsten italienischen Romanen und gilt als der Grundstein der modernen italienischen Literatur. Pirandello erhielt 1934 den Literaturnobelpreis und ist heute durch seine Dramen bekannt. Die Lyrik kommt mit Giuseppe Ungaretti zu ihrem Recht und mit Giorgio Bassani beschließt sich diese kleine Auswahl. Die Lesungen werden musikalisch begleitet.

26. November 2020

Friedrich Hölderlin


Die Stimme aus dem Turm
Am 20. März jährt sich zum 250ten Male der Geburtstag von Friedrich Hölderlin. Wir verfolgen seinen schwierigen Lebensweg anhand seiner Dichtung - seine jugendliche Begeisterung für Freiheit, Griechenland und die unerfüllte Liebe zu Diotima im Hyperion - sein letztendliches Scheitern an der Welt im Empedokles, seine dem Landgrafen von Homburg gewidmete Hymne Patmos und seine letzten 37 Jahre als Scardanelli im Tübinger Turm. Von seinen späteren Bewunderern wurde seine Lyrik als Geburt der Moderne aus dem Geist der Antike gedeutet und hat eine vielfältige Rezeption vom George-Kreis in den 1920er Jahren über Adorno und Heidegger bis hin zu den revolutionären 1968ern hervorgerufen. Die Lesebeiträge werden musikalisch begleitet.

Dezember Winterpause